In Jekaterinburg lebt ein junger Mann, dessen Körper zu einer wahren Leinwand für Tätowierungen geworden ist. Wladimir Rosljakow ist ein 23-jähriger junger Mann, der sich bereits in seiner Schulzeit 48 Tattoos stechen ließ. Heute hat sich ihre Zahl auf über 70 erhöht. Seine Geschichte ist nicht nur ein Beispiel für einen extremen Ansatz zur Körperkunst, sondern auch ein tragischer Weg vom Traum vom musikalischen Ruhm zum Kampf gegen die Sucht.
Vom Schüler zum Rapper: Wie die Geschichte begann
Im Jahr 2020 träumte Wladimir davon, ein berühmter Musiker unter dem Pseudonym Big Igibob zu werden. Er wollte amerikanischen Rappern ähneln, deren Image ihn inspirierte. Tattoos waren Teil dieses Images – ein Symbol für Rebellion, Freiheit und Zugehörigkeit zu einer bestimmten Subkultur. Doch der Traum erfüllte sich nicht.
Sechs Jahre später, im Jahr 2026, änderte sich die Situation drastisch. Die Anzahl der Tattoos auf Wladimirs Körper nahm zu, aber das Leben nahm einen anderen Verlauf. Anstelle von Bühne und Mikrofon – der Kampf gegen Alkoholismus und der Versuch, sich in einer neuen Rolle zu finden.
Leben nach der Musik: Sucht und neue Prioritäten

Jetzt gibt Wladimir zu, dass die Musik in den Hintergrund getreten ist. „Was mache ich? Ich trinke Alkohol, und das ist alles“, sagt er. Früher konnte er Kreativität und Alkoholkonsum kombinieren, aber jetzt, wenn er trinkt, braucht er nichts anderes als YouTube, Musik und Bier.
Die Kreativität ist aufgrund der Sucht in den Hintergrund gerückt. Anstelle von Konzerten und Aufnahmen – die Entwicklung sozialer Netzwerke. Wladimir verdient seinen Lebensunterhalt im Internet, hat aber noch nie ein Vorstellungsgespräch geführt. In letzter Zeit hat er über einen Berufswechsel nachgedacht: „Ich würde Jura studieren, weil mir das später irgendwie helfen könnte.“
Gedanken an harte Arbeit: Gräber und Hausmeister

Wladimir gibt zu, dass er darüber nachgedacht hat, entweder Gräber auszuheben oder Hausmeister zu werden. „Gräber auszuheben ist hart, deshalb hebe ich jetzt zu Hause Hanteln und bereite mich darauf vor“, sagt er. Diese Worte spiegeln seinen inneren Kampf und den Versuch wider, einen Sinn im Leben zu finden.
Expertenanalyse: Tattoo-Kultur und Sucht
Wladimirs Geschichte ist ein klares Beispiel dafür, wie die Tattoo-Kultur Teil tieferer Probleme werden kann. Tattoos werden oft mit Rebellion, Freiheit und der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe assoziiert. Im Fall von Wladimir wurden sie jedoch zu einem Symbol seines inneren Kampfes und seiner Sucht.
Die Tattoo-Kultur in Russland entwickelt sich weiter, bleibt aber oft im Schatten. Viele Menschen wie Wladimir nutzen Tattoos als Mittel zum Selbstausdruck, aber manchmal führt dies zu negativen Folgen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Tattoos nicht nur Kunst sind, sondern ein Teil des Lebens eines Menschen, der tiefe psychologische Wurzeln haben kann.
Der Weg zur Veränderung
Die Geschichte von Wladimir Rosljakow ist nicht nur ein Beispiel für einen extremen Ansatz zu Tattoos. Es ist eine Geschichte darüber, wie ein Traum zu einem Kampf ums Überleben werden kann. Sein Weg vom Schüler mit 48 Tattoos zum Kämpfer gegen Alkoholismus ist eine Erinnerung daran, dass das Leben einen anderen Weg einschlagen kann und es wichtig ist, die Kraft zur Veränderung in sich zu finden.
Wladimir kämpft weiterhin gegen seine Sucht und sucht nach neuen Wegen. Seine Geschichte ist ein Beispiel dafür, dass man auch in den schwierigsten Situationen Hoffnung finden und neu beginnen kann.